Ein Enzym, fr├╝her Ferment, ist ein Stoff, der aus biologischen Riesenmolek├╝len besteht und als Katalysator eine chemische Reaktion beschleunigen kann. Fast alle Enzyme sind Proteine, die Ausnahme bildet katalytisch aktive RNA, wie zum Beispiel snRNA. Ihre Bildung in der Zelle erfolgt, wie auch bei anderen Proteinen, ├╝ber Proteinbiosynthese an den Ribosomen. Enzyme haben wichtige Funktionen im Stoffwechsel von Organismen: Sie steuern den ├╝berwiegenden Teil biochemischer Reaktionen ÔÇô von der Verdauung bis hin zur Transkription (RNA-Polymerase) und Replikation (DNA-Polymerase) der Erbinformationen.

Funktion

Enzyme sind Biokatalysatoren. Sie beschleunigen biochemische Reaktionen, indem sie die Aktivierungsenergie herabsetzen, die ├╝berwunden werden muss, damit es zu einer Stoffumsetzung kommt. Theoretisch ist eine enzymatische Umsetzung reversibel, d. h., die Produkte k├Ânnen wieder in die Ausgangsstoffe umgewandelt werden. Die Ausgangsstoffe (Edukte) einer Enzymreaktion, die Substrate, werden im so genannten aktiven Zentrum des Enzyms gebunden, es bildet sich ein Enzym-Substrat-Komplex. Das Enzym erm├Âglicht nun die Umwandlung der Substrate in die Reaktionsprodukte, die anschlie├čend aus dem Komplex freigesetzt werden. Wie alle Katalysatoren liegt das Enzym nach der Reaktion wieder in der Ausgangsform vor. Enzyme zeichnen sich durch hohe Substrat- und Reaktionsspezifit├Ąt aus, unter zahlreichen Stoffen w├Ąhlen sie nur die passenden Substrate aus und katalysieren genau eine von vielen denkbaren Reaktionen.

 

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