kolloidales Silber Herpes

Herpes labialis (Lippenherpes)

Auslöser der Symptome sind hĂ€ufig belastende Lebenssituationen der Infizierten. Erste Anzeichen eines neuen Schubes sind Juckreiz und Schmerzempfindlichkeit der betroffenen Stelle. Anschließend bilden sich die störenden BlĂ€schen. Laut Courtenay kann durch topische Applikation (örtliche Anwendung) kolloidalen Silbers bei den ersten Symptomen in der HĂ€lfte der FĂ€lle die BlĂ€schenbildung verhindert werden. Treten sie dennoch auf, dann meist milder als ohne sofortige Behandlung. Auch ihre RĂŒckbildung wird durch Kolloidales Silber positiv beeinflusst. Sie verschwinden in der HĂ€lfte der sonst ĂŒblichen Zeit wieder.

Virion des Herpes simplex-Virus

Herpes simplex wird durch ein Virus hervorgerufen und Ă€ußert sich durch immer wieder auftretende örtlich begrenzte, gruppiert stehende BlĂ€schen. Je nach erkrankter Körperregion spricht man von Herpes facialis (Gesicht), Herpes labialis (Lippen), Herpes nasalis (Nase), Herpes buccalis (Wangen) oder Herpes genitalis (Geschlechtsorgane).

Der Herpes simplex (lateinisch simplex ‚einfach‘) bezeichnet eine durch Herpes-simplex-Viren hervorgerufene Virusinfektion. Umgangssprachlich wird fĂŒr eine Infektion meist die verkĂŒrzte Form Herpes verwendet. Es stammt vom altgriechischen herpein (‚kriechen‘) ab, womit die kriechende Ausbreitung der HautlĂ€sionen bei einer Herpes-simplex-Infektion gemeint ist.

Die Erreger von Herpes-simplex-Infektionen sind zwei verschiedene Virusspezies: das Herpes-simplex-Virus 1 (HSV-1) und das Herpes-simplex-Virus 2 (HSV-2). Sie zeigen hinsichtlich ihrer Krankheitsbilder und der Krankheitslokalisation geringfĂŒgige Abweichungen. Nach dem Auftreten sowie der Lokalisation der Krankheitssymptome werden klinisch verschiedene HSV-Infektionen bezeichnet, von denen der Herpes simplex labialis (Lippenherpes) und der Herpes simplex genitalis (Genitalherpes) eine hohe HĂ€ufigkeit haben. Neben diesen Formen gibt es auch seltene, schwer verlaufende HSV-Infektionen wie die generalisierte HSV-Sepsis bei Patienten mit Immundefizienz und die generalisierte HSV-Infektion des Neugeborenen (Herpes neonatorum).

Nach einer (auch symptomlosen) Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand (Latenz) stets lebenslang im Organismus, was als persistierende Infektion bezeichnet wird. Diese Eigenschaft der Persistenz ist bei allen Mitgliedern der Familie Herpesviridae zu finden. Die Therapie von HSV-Infektionen vermag diese Persistenz nicht zu beenden, sondern sie versucht die Vermehrung des Virus nach einer erfolgten Reaktivierung aus dem Ruhestadium zu verhindern. FĂŒr die HSV-Therapie stehen mehrere Virostatika zur VerfĂŒgung, die im Gegensatz zur Therapie der meisten Virusinfektionen hoch spezifisch sind.

Erreger

Herpes-simplex-Viren

Die beiden Erreger von Herpes-simplex-Infektionen − die Herpes-simplex-Viren 1 und 2 − die taxonomisch und korrekter auch als Humanes Herpesvirus 1 und 2 (HHV-1/2) bezeichnet werden, gehören zur Gattung Simplexvirus der Familie Herpesviridae. Den Herpes-simplex-Viren verwandte Mitglieder dieser Gattung sind auch bei Tieren zu finden, wo diese Viren beispielsweise bei Rindern oder Klammeraffen, Makaken und anderen Meerkatzenverwandten Ă€hnliche Erkrankungen hervorrufen. Obwohl Herpesviren im Allgemeinen streng auf ihren jeweiligen Wirt spezialisiert sind, kann selten das dem HSV-1 Ă€hnliche Cercopithecine Herpesvirus 1 (Herpesvirus simiae) der Makaken auf den Menschen ĂŒbertragen werden, wo es schwere, generalisierte Infektionen hervorrufen kann.

Die Herpes-simplex-Viren gehören mit einem Durchmesser von 140 bis 180 nm zu den großen Viren. In einem ikosaedrischen Kapsid befindet sich eine lineare, doppelstrĂ€ngige DNA als Genom. Das Kapsid wiederum ist von einer VirushĂŒlle umgeben, was zu einer Empfindlichkeit der Viren gegenĂŒber Seifen, Detergenzien oder bereits milden Desinfektionsmitteln fĂŒhrt. Zwischen Kapsid und VirushĂŒlle befindet sich eine Vielzahl von Virusproteinen, die sogenannten Tegumentproteine, die unter anderem fĂŒr die Regulation der Genexpression in der Wirtszelle und den Übergang des Virus in ein ruhendes Latenzstadium verantwortlich sind. Als doppelstrĂ€ngiges DNA-Virus sind die Herpes-simplex-Viren genetisch stabil, Mutationen und die Entstehung natĂŒrlicher Varianten sind eher selten.

Übertragung und Verbreitung

Herpes-simplex-Viren sind weltweit verbreitet, der Mensch ist fĂŒr sie als Reservoir der einzige natĂŒrliche Wirt. Da das HSV-1 bereits durch Speichelkontakt und Schmierinfektion ab dem SĂ€uglingsalter im normalen familiĂ€ren Umgang erworben wird, ist es in der Bevölkerung hĂ€ufig. Das Virus zeigt eine altersabhĂ€ngige SeroprĂ€valenz, die etwa am Ende der PubertĂ€t hohe Prozentzahlen erreicht und dann nur noch gering weiter ansteigt. In Deutschland konnten bei 84 bis 92 % der Personen einer altersnormalisierten Stichprobenuntersuchung Antikörper gegen HSV-1 nachgewiesen werden.

Das HSV-2 wird durch engen Schleimhautkontakt ĂŒbertragen, wenn beim VirustrĂ€ger das Virus gerade reaktiviert und sich in Epithelzellen erneut vermehrt. Die Virusausscheidung kann auch ohne sichtbare LĂ€sionen geschehen. Die PrĂ€valenz von Antikörpern gegen das HSV-2 ist unterschiedlich verteilt. Sie wird besonders vom Alter und der sexuellen AktivitĂ€t beeinflusst; ebenfalls ist die geographische Verbreitung unterschiedlich. Bei gesunden Blutspendern oder GesundheitsĂŒberwachungen gab es HĂ€ufigkeiten von 3 bis 23 % in den USA. Diese Zahl ist signifikant höher bei Patienten, die wegen einer anderen sexuell ĂŒbertragbaren Krankheit einen Arzt konsultierten (bis 55 %) oder gewerbliche Prostitution betrieben haben (bis 75 %).

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